Götz Wienold

Schriftsteller, Linguist und Semiotiker

Erzählungen

Kunst als Werk wie als Aktivität eröffnet nach Ansicht von Surrealisten einen zweiten Weg neben der unter gängigen Beschreibungen als Realität begriffenen Welt: Vermögen wir aus den Erfahrungen einer dreidimensionalen Welt in linearer Zeit auszubrechen?

Erzählungen lassen seit der Erfindung der Kurzgeschichte (durch O’Henry und andere) auf oft verblüffende Weise aus den dargestellten alltäglichen oder wie in Hemingways Nick-Geschichten aus durch Macht uns aufgezwungenen Ereignissen unerwartet gar Gewaltiges hervorbrechen. Das erlaubt insbesondere eine surrealistische ästhetische Strategie. Ein Leser schrieb mir zu einer Erzählung: „Schillern und Flirren unter einer scheinbar biederen Oberfläche“ (zu Mein Söhnchen im Band Meine Mutter die Spinne). In Guckinsfenster, Guckinsgesicht (im gleichen Band stürzt groteske, das Surreale streifende Tragik gleich einer Tragödie in vier Akten von einer Ebene zur nächsten bis zur endgültigen Katastrophe ab. Surrealistisch sind vor allem die Erzählungen Meine Mutter, die Spinne, Der Tote im Parkett , Falsche Glocken und am bedrohlichsten Der Chinesendampfer. Pfarrer in Verhau (in Meine Mutter, die Spinne) beschreibt das sexuelle Elend eines Landpfarrers in der Eifel.

Als Einzelveröffentlichungen erschienen

  • „Glatzköpfe“ Neues Deutschland, August 2009
  • „Fahrten Fährten“ Signum, Sommerheft 2010
  • „Meine Mutter, die Spinne“ oda. Ort der Augen, Juni-Heft 2010
  • „Rotlauf“ die horen, Dezember 2010
  • „Maus und Katze“ oda. Ort der Augen, Dezember 2011
  • „Kniehosen oder Abgeschrieben ist nicht abgeschrieben“ Signum, Winter-Heft 2015
  • „Kohlenhandel“ Signum, Sommer-Heft 2016
  • „Aidan“ oda. Ort der Augen, Nr. 2, 2016
  • „Der Tote im Parkett“ Signum, Sommer-Heft 2018
  • „Aus Elkes Tagebuch“ in: Tierheim Hohntorn (Wien: Passagen, 2019),
  • „Ein Finger ins Herz“ San Marco Handpresse. Berichte aus der Werkstatt, November 2019
  • „Mutter Ehebrecherin“ oda. Ort der Augen 2022, 1,
  • „Lachenmann“ Signum 23, 2022, 2.
  • „Falsche Glocken“ Signum 25,1 Winter 2024
  • „Der Chinesendampfer“ oda. Ort der Augen 2025, 2

Drei von diesen sind neben zwölf vorher nicht erschienenen enthalten in
Meine Mutter, die Spinne. Erzählungen Wien: Passagen, 2024.
Meine Mutter, die Spinne enthält zum Schluss eine Hommage an Heinrich Mann: „22. Februar 1933: Heinrich Mann geht ins Exil“.

Surrealistisches zeichnet schließlich auch Stücke wie Xavier und die Nonne Buddhas, Sodom und Gomorrha und Samuel Beckett liest James Joyce aus Fritz Mauthners Kritik der Sprache vor aus.

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