Götz Wienold
Schriftsteller, Linguist und Semiotiker
Essays
Essays sind Versuche, Stellung zu einem Thema der Zeit – dies im weitesten Sinn – zu nehmen, das freilich, nun gleich wieder einschränkend, Themen, die sich dem Schreibenden in seine Sicht drängen. Die Zersetzung der Religion trieb mich zu den Stücken Xavier und die Nonne Buddhas (Katholisches Christentum), und Luther oder Die Vielweiberei erobert Europa (protestantisches Christentum). Als ich Xavier schrieb, war ich zu einem entsprechenden Essay noch nicht bereit, Luther verlangte und bekam ihn: Luther und der Antisemitismus.
Antisemitismus ist auch das Thema von Planet Grynszpan. Es geht um Herschel Grynszpans Attentat von 1938 in Paris und die von Hitler und Goebbels ausgelösten Novemberpogrome: Was stand dahinter, gar Reinhard Heydrich selbst? Dazu der Essay Herschel Grynszpan – eine andere Sicht.
Im Juni 2017 las ich bei Queer Nations in Berlin aus Großwahrwitz. Jan Feddersen schlug mir im Anschluss daran vor, meine Erfahrungen als Homosexueller in Deutschland ab den vierziger Jahren darzustellen. So entstand Der Junge mit dem dunklen Teint und nach einem weiteren Gespräch der Essay zu Friedrich Hölderlin.
Kinder und Gewehre geht auf die alle Pazifisten immer wieder in Frage stellenden neuen Kriege ein: Fotografien von Kindern mit Gewehr beispielsweise des Raumschiffkonstrukteurs Koroljow als wäre es ein Spielzeug oder des Autors Solženitsyn.
- „Luther und der Antisemitismus“ in: Luther oder Die Vielweiberei erobert Europa (Wien: Passagen, 2009).
- „Herschel Grynszpan – eine andere Sicht“ in: Planet Grynszpan (Wien: Passagen, 2011)
- „Der Junge mit dem dunkeln Teint: Fünfmal ”Ich bin homosexuell” 1947 bis 1969“ (Jahrbuch Sexualitäten, 2018, S. 133-156
- „Friedrich Hölderlin - Dichter mann-männlicher Liebe. Eine Skizze“ (Jahrbuch Sexualitäten, 2021, S. 218-226)
- „Kinder und Gewehre. Ein medialer Zeichenkomplex, der engagiert“ in: Lars C. Grabbe und Tobias Held (Hrsg.): Bilder des Krieges. Darstellung und Kommunikation des Krieges im digitalen Zeitalter. Marburg, Büchner 2023. S. 100-121.
- Der Junge mit dem dunklen Teint wurde am 2.5.2019 in einer Veranstaltung in der Box des Deutschen Theaters vorgestellt (Regie: Manuel Harder).
Bisher ungedruckt ein längerer Essay „Ganymed liebt“. Ganymed gilt im Mythos als der Liebling des Zeus. Dichtung und bildende Kunst zeigen ihn indes als Begehrenden und Liebenden. Der Essay behandelt die Lieben Ganymeds in Literatur und bildender Kunst von Shakespeare (As you like it) bis ins späte 20. Jahrhundert. Am Ende weigert sich Ganymed zu lieben.
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