Götz Wienold

Schriftsteller, Linguist und Semiotiker

Stücke

Es scheint ganz unzeitgemäß, doch ich setze bis heute auf das Stück, auf Rede und Aktion zwischen Personen, vorzuführen für Auge und Ohr.

Euripides, der wie kein anderer von Anfang an menschliches Leid und woher es kommt, dargestellt hat, inspirierte eine Reihe meiner Stücke. Die Kinder (im Band Wir Unschuldigen, 2013) verwandelte, vielleicht ähnlich wie Roland Schimmelpfennigs Die Frau von gestern unerkennbar auf erste Blicke, den Stoff der Medea. Andere Stücke greifen nur fragmentarisch überlieferte Stücke des Euripides auf, Grab des Euripides (2018) seinen Chrysippos, Tierheim Hohntorn (2019) seine Hypsipyle. Daneben zwei noch unveröffentlichte: Laodamia seinen Protesilaos, Mirri und Kresse seinen Kresphontes.

Ich schätze und bewundere sie alle, Euripides, Shakespeare, Ibsen, Tschechow, Brecht.

Trakls Tod
Götz Wienold: Trakls Tod - Stück in zwei Akten (zuerst: Siegen: Böschen Verlag, überarbeitet im Band Wittgenstein in Cassino, Wien: Passagen, 2022)

Stück in zwei Akten (zuerst: Siegen: Böschen Verlag, überarbeitet im Band Wittgenstein in Cassino, Wien: Passagen, 2022).
Aufführungsrechte über den Autor

Bruder-Schwester-Liebe und nicht gelebte Homosexualität, zwei Seiten einer Diskrimination. Einer, auf dessen hilfreiches Eingreifen ein anderer gehofft hatte, kommt nicht, der letzte Strohhalm, der dem Selbstmordaspiranten wegbricht: Georg Trakl und Ludwig Wittgenstein. Trakl nach aufwühlenden Erlebnissen als Sanitäter mit hilflosen Kriegsverwundeten und wilden Erschießungen mutmaßlicher Spione in die psychiatrische Abteilung des Garnisonsspitals in Krakau eingewiesen, erhofft den Besuch Wittgensteins, der durch Vermittlung Ludwig von Fickers Trakls Mäzen geworden war. Auf der Bühne begegnen sie sich nur im imaginären Raum eines Qartetts: Trakl und die geliebte Schwester Gretl , Wittgenstein und der zu Kriegsbeginn in England zurückgelassene Freund David in sich überschneidenden Zwiegesprächen. Die inzestuöse Beziehung in ihrer letzten Krise und die Freundschaft, die erst in der Entfernung ihre erotischen Farben aufblühen lassen kann. Der gleichfalls als geistesgestört eingelieferte Leutnant von Wabern bringt Trakl um die letzte Stütze, die Krankenschwester Nelly. Wittgenstein verspätet sich durch unglückliche Zufälle, er findet den Dichter nur tot vor. Das ganze eingebettet in die letzte Begegnung Trakls mit von Ficker, die zerbrechende Welt der Dichtung Trakls und Wahn und Verfolgung im Krieg und im Irrentrakt.

Wittgenstein in Cassino
Götz Wienold: Wittgenstein in Cassino (Wien: Passagen, 2022)

(Wien: Passagen, 2022)
Aufführungsrechte beim Autor

Hier finden wir Wittgenstein nach dem Ende des Ersten Weltkrieges im Frühjahr 1919 im italienischen Kriegsgefangenenlager für österreichische Offiziere in Haft. Vom Philosophen Wittgenstein weiß damals die Welt noch nichts. Sein nachmals berühmter Tractatus Logico-philosophicus ist erst seit kurzem fertig. Im Stück geht es mehr um die Ethik Wittgensteins als die Logik. Ethisches lässt sich nicht in Sätzen aussagen, es zeigt sich. Es zeigt sich nicht dadurch, dass es belohnt oder bestraft würde, nicht durch Folgen von Handlungen und Einstellungen, es zeigt sich im Handeln. Ein Zwiespalt im Handeln des Philosophen: auf der einen Seite, seine Aussage, er würde, nie jemanden töten. Käme er in die Situation, einem anderen im Kampf gegenüberzustehen, würde er es so einrichten, dass der andere auf jeden Fall ihn töten würde. So nach Brain McGuiness‘ Biographie des jungen Wittgenstein. Auf der anderen Seite nimmt Wittgenstein freiwillig am Krieg teil, hat sich nach anfänglichen technischen Einsätzen als Kundschafter und Späher betätigt und wurde mehrfach für Tapferkeit ausgezeichnet. Zu diesem Kern gehört die tief reichende Unruhe, ob seine Homosexualität zu diesem Zweispalt beigetragen hat.

Ein Tag aus dem deutschen Widerstand
Götz Wienold: Ein Tag aus dem deutschen Widerstand (im Band Hasardeure, Wien: Passagen, 2023)

(im Band Hasardeure, Wien: Passagen, 2023, zuerst unter dem Titel Die verbrannten Uniformen, Siegen: Böschen, 2003, für die Neupublikationen erheblich überarbeitet)
Aufführungsrechte beim Autor

Wie Trakls Tod und Wittgenstein in Cassino ein engagiert pazifistisches Stück über Stauffenberg und den 20. Juli nach den neuen Darstellungen und öffentlichen Diskussionen über die Verbrechen der Wehrmacht und die Ursachen der Judenvernichtung. Der 20. Juli erscheint nur in indirekter Darstellung. Ausgang ist ein im November/ Dezember 1943 geplantes Attentat auf Hitler. Ei Hauptmann, der Hitler neue Uniformen für den Winterkrieg in Russland vorführen soll, würde sich mit Sprengstoff, der in seiner Uniform versteckt ist, auf ihn stürzen und ihn mit sich in den Tod reißen. Bei einem britischen Luftangriff wurden die Uniformen jedoch wenigen Tage zuvor verbrannt. Der Plan war unter der Ägide des ehemaligen Oberstleutnants Claus Schenk von Stauffenberg entwickelt, als Attentäter hatte sich der Hauptmann Axel Schenk von dem Bussche zur Verfügung gestellt. Von dem Bussche hatte in der Ukraine Massentötungen von Juden miterlebt und suchte seitdem einen Weg, Hitler zu töten. Der Zufall der Ereignisse trifft den Sinn und die innere Logik vieler Aktivitäten des Widerstands von Militärs in Nazideutschland. Sie sind so stark auf wenige Einzelpersonen , die sich und ihr konservatives Deutschland retten wollen, und bestimmte wenige, dem Handeln günstige Momente zugeschnitten, dass sie immer wieder in die Sackgassen des Zufalls laufen, um so mehr als das Ziel Hitler seine Auftritte der Berechenbarkeit durch andere entzieht. Gleicherweise engt das Denken von Militärs ihre Handlungsentwürfe ein. Wie Hitler selbst stehen sie unter der Logik des Tötens. „Hitler führt nur vor, wie verbrecherisch und hemmungslos man sein muss, wenn man die Wünsche der Deutschen in die Tat umsetzt.“ Der rechtskonservative Widerstand gegen Hitler ist gescheitert, weil er auf Gewalt gesetzt hat, statt auf gewaltlosen Widerstand.

Xavier und die Nonne Buddhas
Götz Wienold: Xavier und die Nonne Buddhas - Stück in zwei Akten (Wien: Passagen, 2007)

Stück in zwei Akten (Wien: Passagen, 2007) Aufführungsrechte beim Autor

Der Widersinn katholischer Mission und ihre Verwicklung in Imperialismus und Kolonialismus. Xavier, Jesuit und Missionar im Japan des 16. Jahrhunderts und Yata, ein Schauspieler, der sich in ihn verliebt hat und unter dem Kostüm einer Nonne Buddhas zu ihm kommt. Eine Nacht der Aufklärung in Kyoto, von vier Damen, von dieser Welt wie nicht von ihr, inszeniert. Xavier wird zugemutet, Priesterberufung als Flucht vor Homosexualität zu verstehen wie noch einmal zu erleben, wie er an der Verbrennung zwangsbekehrter Juden in Lissabon teilnimmt. Und er erlebt die Schicksale von ihm bekehrter Japaner. Einer von diesen, Miki, wird in einem grausamen Martyrium umgebracht und erkennt den Wahn des Glaubens. Skandale der Religion und der japanischen Geschichte, in eine einzige Nacht verdichtet.

Luther oder Die Vielweiberei erobert Europa
Götz Wienold: "Luther oder Die Vielweiberei erobert Europa" - Tragikomödie mit einem Essay Luther und der Antisemitismus (Wien: Passagen, 2009)

Tragikomödie mit einem Essay Luther und der Antisemitismus
(Wien: Passagen, 2009)

Aufführungsrechte beim Autor

Die Vielweiberei, ein islamisches Gespenst in den Seelen Europas. Luther und Melanchthon gestatten sie Landgraf Philipp V., wohingegen sie Juden bei Todesstrafe die geschlechtliche Liebe mit Christen verbieten. Die Bigamie eines Fürsten wird von den Reformatoren unter dem Siegel der Beichte abgesegnet. Der Gesegnete, Landgraf Philipp V. von Hessen, hilft ihnen dafür gegen die Verfolgung durch Karl V. Außen drängen osmanische Truppen an Habsburgs Grenzen, innen ein verwandtes Gespenst: die Vielweiberei. Wie Herr und Prediger in Kollusion stehen, ist die Wittenberger und hessische Geistlichkeit in die Judenpolitik der Fürsten verwickelt. Die von ihnen gebilligte Judenordnung von 1539 stellt die geschlechtliche Liebe zwischen Juden und Christen unter Todesstrafe. Ein Stück von der Pfiffigkeit unter widrigen Umständen und wie man mit ihr reinfallen kann. Es sagt auch: Bändele nicht mit Antisemiten an in der Hoffnung, sie lassen es einmal gut gehen. Du tust dir dabei sehr weh. Wenn man sich mit Antisemiten von Kaliber anlegt, muss man sehr froh sein, mit heiler Haut davon zu kommen.

Planet Grynszpan
Götz Wienold: "Planet Grynszpan" - Mit einem Essay Herschel Grynszpan – eine andere Sicht (Wien: Passagen, 2011)

mit einem Essay Herschel Grynszpan – eine andere Sicht
(Wien: Passagen, 2011)

Aufführungsrechte beim Autor

Von Herschel Grynszpan, vom Novemberpogrom 1938 und davon, wie es dazu gekommen sein kann. Was beim Attentat Herschel Grynszpans tatsächlich passiert ist – das meiste sowieso hinter dicken Mauern, eisernen Gittern und schäbigen Gardinen – weiß bis auf die brutalen Fakten bis heute keiner mit Sicherheit. Am 7. November 1938 findet Grynszpan einen Weg in die deutsche Botschaft in Paris, wird zum Gesandtschaftssekretär Ernst vom Rath geführt und schießt fünfmal auf diesen. Zwei Tage später stirbt vom Rath. Grynszpan bekundet, er habe seine Familie und andere urplötzlich und hart aus Deutschland ausgewiesene polnische Staatsbürger, die als Juden klassifiziert wurden, rächen wollen. Hitler und Goebbels lösen daraufhin die Pogrome und Synagogenbrände vom 9./10. November aus. Dadurch und die weiteren schlimmen Folgen für alle Juden in Deutschland im November und Dezember 1938 wird Grynszpans Tat monströs. Doch wie es zu dieser Tat kam, weiß niemand genau. Das Stück führt in drei Teilen drei Alternativen vor (zu denen es weitere gibt). Grynszpan – einer, der ein Rädchen in einem Massenräderwerk wurde, ohne zu wissen, wie und warum? Einer, der durch – bis 1942 – dreieinhalb Jahre Gefangenschaft, davon bald zwei in Ketten der Gestapo oder im KZ, lernt, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, und trotzdem umkommt? Oder doch überlebt? Ein Held mit Schuld oder doch ein Held? Und was für einer, sagen manche. Andere verurteilen ihn bis heute.

Himmlers Fischteiche
Götz Wienold: "Himmlers Fischteiche" - Hörspiel, doch auch für die Bühne geeignet (Wien: Passagen, 2021)

(Wien: Passagen, 2021)
Hörspiel, doch auch für die Bühne geeignet
Aufführungsrechte beim Autor

Ein Spiel aus der dunklen Erbschaft der Geschichte, die Deutschland mit sich geschleppt hat. Von 2002 aus geht die Sonde des Spiels zurück in die 60er Jahre, in die Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg und bis in die deutsche Okkupation und Ausplünderung Polens. Die historischen Voraussetzungen nach der Forschung, Figuren und Handlung sind frei erfunden: eine undurchsichtige Geschichte um Fischteiche, die vor 1945 von der SS unter Einsatz von KZ-Häftlingen betrieben wurden. Die Familie Reiher und mit ihr ein undurchsichtiges Quartett von ehemaligen SS-Leuten. Ein Dorf in Westdeutschland, in dem man sich nach und nach wieder zusammengefunden hat, das Gerede im Dorf Die Verbrecher triumphieren bis heute.

Das bestgehütete Geheimnis dieses Krieges
Götz Wienold: "Das bestgehütete Geheimnis dieses Krieges" - Hörspiel, auch für die Bühne geeignet im Band "Himmlers Fischteiche"

Hörspiel, auch für die Bühne geeignet im Band Himmlers Fischteiche
Aufführungsrechte beim Autor

Im März 2005 wurde in Bagdad der italienische Polizeioffizier Nicola Calipari erschossen, als er das Leben einer ihm anvertrauten Journalistin schützte. Über diesen Fall wurde viel berichtet. Einige wenige Motive des Spiels sind Zeitungsberichten entlehnt, doch Figuren und Handlung sind frei erfunden. Eventuelle Ähnlichkeiten mit realen Personen sind nicht beabsichtigt und rein zufällig. Aufspüren und Verfolgung, Jagd und schließlich Attentat. Lorna, Journalistin aus dem Venezuela der Zeit von Hugo Chavez arbeitet während des Krieges und der Okkupation im Irak. Sie ist von Kontakten auf die Spuren eines Geheimnisses der Besatzer geführt worden. Um sie Berufskolleginnen und -kollegen und gleichzeitig Geheimdienstleute, die ihr nachspüren, und bedrohliche Situationen genug, die sie endlich zur Flucht zwingen. Dabei kommt ein sie beschützender Polizeioffizier um. Die Verfolgung geht jedoch weiter. Die Polizei interessiert sich für ihren Fall, Lorna wagt nicht zu offenbaren, was sie erfahren hat. Die ihr im Irak hinterher waren, sind plötzlich auch in Venezuela hinter ihr her. Ein Attentat, sie kommt um. Das Geheimnis, das man vor der Öffentlichkeit auf jeden Fall geheim halten will: Bordelle für die amerikanischen Soldaten im Irak.

Die Kinder
Götz Wienold: "Wir Kinder" - im Band "Wir Unschuldigen" (Wien: Passagen, 2013)

(im Band Wir Unschuldigen, Wien: Passagen, 2013)
Aufführungsrechte beim Autor

Ein berühmter deutscher Schriftsteller begegnet seiner jüdischen Frau wieder, von der er sich zu Beginn der 1940er Jahre hat scheiden lassen und die ins KZ geschafft wurde. Ihre beiden Kinder wuchsen bei seiner zweiten Ehefrau auf, die sie als ihre eigenen ausgab. Bei der Wiederbegegnung 1983 lehnen die vertrottelten Kinder die leibliche Mutter ab. Sie sind unfähig zu erkennen, was sie verloren haben. Eine Parabel von dem, was aus Deutschland geworden ist.

Boxer und Rom

im Band Wir Unschuldigen (Wien: Passagen, 2013)
Aufführungsrechte beim Autor

Ein Monolog, in dem sich Stimmen aus der Vergangenheit und aus der Gegenwart, aus Realität und Fiktion überlagern. Ein angehender Boxer, konfrontiert mi den gegenwärtigen Bedingungen des Lebens der Roma und Sinti in Deutschland, identifiziert sich zunehmend mit dem Schicksal eines Roms während der Zeit des Nationalsozialismus. Diesem wurde sein 1933 erlangter Meistertitel im Mittelgewicht aberkannt. Zunächst überlebt er auf Rummelplätzen, wird dann in den Krieg an der Ostfront geschickt, aus der Wehrmacht ausgestoßen und schließlich in Neuengamme ermordet.

Grab des Euripides
Götz Wienold: "Grab des Euripides" - Frei nach Motiven des verlorenen Chrysippos des Euripides (Wien: Passagen, 2018)

(Wien: Passagen, 2018)
Aufführungsrechte beim Autor
Frei nach Motiven des verlorenen Chrysippos des Euripides.

Griechenland im September 1944. SS-Mann Dietrich Kleinpelz hat aus Budapest den 17jährigen Andor zu seiner Truppe entführt und nützt ihn sexuell aus. Andor ist Jude, und das wird ihm beim Judenverfolger Miltner zum Verhängnis. Die Geschichte der Unterdrückung eines Liebes- und Geschlechtspartners in einer homosexuellen Beziehung vor dem Hintergrund der Unterdrückung der Homosexuellen im Nationalsozialismus. Hier lebt ein menschliches Gefühl, das sich aus Anhänglichkeit in sexueller Abhängigkeit verfängt und zum eigenen Verderben führt. Das menschliche Gefühl ist das Beste in den Menschen, im von der SS okkupierten Griechenland hat es keine Chance zu bestehen. Die Unterdrücker der SS werden am Ende nicht bestraft, die Unterdrückten unterliegen. Kleinpelz: „U n s e r e Sorte überlebt.“

Sodom und Gomorrha
Götz Wienold: "Sodom und Gomorrha" (Wien: Passagen, 2017)

(Wien: Passagen, 2017)
Aufführungsrechte beim Autor

Sodom und Gomorrha – das ist immer wieder schwarz gemalt die Freiheit selbst gewählter Lebensweise. Die Stadt Highgate mit vorgelagerter Insel an der Küste eines bedeutenden Kontinents, Exklave am Rande des Landes, das den Kontinent beherrscht. Hier geschieht noch einmal, was sich einst mit Lot und seinen Töchtern in Sodom ereignete. Was „Sodom“ heißt ist freilich Projektion. Für die Frauen und Männer von Highgate bedeutet es Liberalität, Friedlichkeit und Selbstbestimmung, vom Land um Stadt und Insel herum wird es als Verkommenheit verschrien. Die Geschichte, wie sie in Genesis 18-19 erzählt wird, wird überschrieben in eine vom Kampf um freie Lebensweise und freie Sexualität.

Schule des Glücks
Götz Wienold: "Schule des Glücks" - im Band Hasardeure (Wien: Passagen, 2023)

(im Band Hasardeure, Wien: Passagen, 2023)
Aufführungsrechte beim Autor

Von Terror und Gegenterror und der Schwierigkeit, sie zu unterscheiden, „Leuchtturm der Freiheit“ tritt gegen „Risiko Zero“ an.. Alle vertun sich, weil sie die Gegner falsch einschätzen. Freude und Glück ist für die Wahrheit zu leben, in diesem Fall heißt Glück am Ende, für die Wahrheit zu sterben. „Ich habe bewiesen, dass es eine Freude ist, für die Wahrheit zu leben. Macht voran und hängt mich!“ Das Fünklein Hoffnung im Denken gegen rechte Gewalt überlebt.

Tierheim Hohntorn
Götz Wienold: "Tierheim Hohntorn" (Wien: Passagen, 2019)

(Wien: Passagen, 2019)
Aufführungsrechte beim Autor

Von Tieren in der Gesellschaft und einer Elektra, die beginnt, wo andere enden. Elke Klüters hat mit ihrem Bruder ihre Mutter und deren Liebhaber getötet. Elke ist ganz aus der heutigen Welt, ihre Geschichte ist ohne Rückgriff auf die Vergangenheit verständlich. Aus dem Gefängnis entlassen, findet Elke Arbeit in einem Kinderheim.Als sie bei einem Unfall hilft und dadurch ein Kind, auf das sie achthaben sollte, zu Schaden kommt, verliert sie die Stelle, Unterkunft und soziale Unterstützung. Sie kommt ins Tierheim Hohntorn. Im Schicksal vernachlässigter Tiere spiegelt sich das Schicksal von Menschen, die mit dem Leben schlecht zurecht kommen.. Menschen im Gefängnis, Häftlinge auf Bewährung, im Alltag Abgeschobene, den Karrierezwang Ablehnende. Tiere, die man nicht mehr will, und Menschen, die sie zu retten suchen.

Die Knochensammler

(unpubliziert; öffentliche Lesung an der Universität Marburg unter Leitung von Hans Karl Rupp im Oktober 2001)

Der Krieg im Kosovo, Projektion einer zu erwartenden Zukunft in Europa danach, und Kriege im Mittleren Osten, die 2001 zu erwarten waren und inzwischen gekommen sind. Der Titel „Die Knochensammler“ ist einem verloren gegangenen Stück des Aischylos (Ostologoi) entlehnt. Er bezeichnet wie bei Aischylos einen Chor, hier aus unterschiedlichen Personen und Gruppen, wie es sie beim Krieg um den Kosovo und um ihn herum als Verursacher, Beteiligte, Interessierte, Anteilnehmende gegeben hat. Den Chören entgegengesetzt auf mobilen Podesten flash-artige Szenen, etwas davon, wie Kriege und andere Ereignisse und heute durch Medien erreichen.

Samuel Beckett liest James Joyce aus Fritz Mauthners "Kritik der Sprache" vor
Götz Wienold: "Samuel Beckett liest James Joyce aus Fritz Mauthners "Kritik der Sprache" vor" (Wien: Passagen, 2025)

(Wien: Passagen, 2025)
Aufführungsrechte beim Autor

Ein Stück vom Wahn in der Sprache und in der Kunst, in und zwischen Menschen. Ein Stück vom Wahnsinn und vom berechtigt Menschlichen, das im konkreten Leben uneinlösbar, manchmal als Wahn erscheint. Vom Wahn, der manchem das einzige bleibt, was am Leben hält.So läuft es im Leben der Lucia Joyce, Tochter des berühmten – im einzelnen Fall auch als unmoralischer Autor berüchtigten – James Joyce. Lucia ist Tänzerin, hat auch gewisse anfängliche Erfolge. Bekannt wurden ihre Auftritte als Charlie Chaplin (The Kid) und in einem Aufsehen erregenden Silberfischkostüm. 1929. Die Joyces leben nach Exilaufenthalten in Triest und Zürich seit Anfang der 20er in einem neuen Exil, in Paris. Ulysses ist erschienen und Joyce、die Berühmtheit der zeitgenössischen Literatur arbeitet an Finnegans Wake. Hier wird der junge Samuel Beckett, noch bevor er überhaupt richtig anfängt, selbst Literat zu sein, in den inneren Kreis und die Familie von James Joyce eingeführt. Lucia lernt ihn kennen und verliebt sich aufs Leben. Die Liebe wird nur mit Freundlichkeit erwidert und führt in psychische Krankheit, auf Dauer in geschlossene Anstalten.




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