Götz Wienold
Schriftsteller, Linguist und Semiotiker
Herzlich willkommen
Ich bin Schriftsteller, Linguist und Semiotiker, alles bis heute mit Begeisterung, Leidenschaft und Neugier auf das, was kommt. Die vielen Jahre meines Universitätslebens von 1957 bis 2003, das Studium eingeschlossen, begannen in München und endeten in Sooka (Japan), einer Stadt wenig nördlich von Tokyo. Geboren in einem Dorf in der Oberlausitz nahe der Grenze zu Tschechien, lebe ich heute im Moloch der Hauptstadt Japans. Ich begann mit dem Studium von Philosophie, deutscher und englischer Sprach- und Literaturwissenschaft sowie allgemeiner Sprachwissenschaft (so hieß damals in Deutschland, was wir heute Linguistik nennen) und finde mich jetzt inmitten der Sprach- und Zeichenwelten Ost- und Südostasiens. Ein weiter und vor der zweiten Lebenshälfte ganz unerwarteter Weg. Dass ein Leben als Wissenschaftler gelang und einiges darüber hinaus, verdanke ich meinem Lehrer an der Universität Münster Karl Schneider.
Heute bin ich vor allem Schreiber, Schriftsteller. An literarischen Texten zu arbeiten begann ich – nach untergegangenen Versuchen in Kindheit und Jugend – 1982 in Kyoto, verstärkt 1993, nachdem ich 1992 nach Tokyo übersiedelte. Japan und Korea und ihrem Verhältnis gilt der erste abgeschlossene Text Xavier und die Nonne Buddhas (1997, im Druck erschienen 2007). Zu den Themen meiner literarischen Arbeiten gehören vor allem Zeitgeschichte, Antisemitismus, Pazifismus und Homosexualität. Sie greifen vielfach ineinander.
Die Homosexualität ist für viele eine Lebensprobe, nicht anders für mich. Einiges davon ist in Xavier dargestellt, in Großwahrwitz. Roman aus den Anfängen des neuen Deutschland, erschienen 2006, und vielen weiteren Arbeiten, autobiographisch reflektiert in Der Junge mit dem dunklen Teint (in Jahrbuch Sexualitäten 2018), bei einem Dichter verfolgt in Friedrich Hölderlin – Dichter mann-männlicher Liebe (ebenda 2021). Dort wird argumentiert, Hölderlin habe sowohl in seinem Roman Hyperion als auch in Gedichten Liebe unter Männern dargestellt und er habe auch Männer begehrt und geliebt.
Personen oder Autoren, die mich besonders geprägt haben, sind André Gide, Hermann Broch, Ludwig Wittgenstein, Paul Celan, Sigmund Freud, Karl Schneider, Carlo Suarès, Mahatma Gandhi, Mary Wienold. Sehr viel verdanke ich Carlo Suarès, einem bedeutenden jüdischen Denker, Schriftsteller und Künstler (s. Encyclopedia Judaica、2nd.ed., Bd. 19, 2007, S. 279f.; en.wikipedia.org/wiki/Carlo Suarès) Gegen Ende Mai 1975 legte er sein Buch Memoire sur le retour du Rabbi qu’on appelle Jésus (Paris: Laffont, 1975) in Paris vor mich auf den Tisch und sagte: „Lies und übersetze es. Damit beginnt das Abenteuer deines Lebens.“. So war es. Ein Buch voller Rätsel, die jede(r) für sich selbst lösen muss, seinerseits verdankt es viel dem Thomas-Evangelium. Meine Übersetzung Bericht über die Rückkehr eines Rabbis namens Jesus erschien 1993 (Südergellersen: Bruno Martin).
Seit 1973 treibe ich mit wenigen Unterbrechungen tagtäglich TM (Transcendental Meditation nach Maharishi Maheesh Yogi). Von Mal zu Mal baut sie Stress ab und Gesundheit auf, inspiriert und führt heilbringend durch das ganze Leben.
In Japan und Korea und ganz Ostasien findet man gerade auch in Riesenstädten wie Tokyo, Seoul, Hong Kong, Bangkok hinter aller Geschäftigkeit Stille und Ruhe. Geht nur um die nächste Ecke, wo ihr nichts dergleichen vermutet! Im großen China bin ich nicht gewesen, ich erwarte dort Gleiches. Dazu braucht es weder Zen oder Buddhismus, keinen Glauben. Etwas davon in meinem Buch Stille und Bewegung. Semiotische Studien aus Japan (Löhne: Cass, 2015). Ich war einmal Christ und bin heute Atheist.
Aktuelles
Einen Papst, der an nichts glaubt und Männer liebt, mag es schon gegeben haben, einen, der es einbekennt und hoch hält, nicht - im Herbst 2026 erscheint bei Passagen (Wien) der Roman Johannes XXV, oder Das Ende der katholischen Kirche.
In der Zeitschrift Kodikas/Code erscheint demnächst der Aufsatz „Farben im Text: Qualizeichen in Sprache und Literatur, die Bedeutung der Basic Color Words und eine semiotische Texttheorie“. Er führt die Erörterung eines Grundbegriffs der Semiotik von Charles S. Peirce „Qualizeichen“ in Kodikas/Code 42, 2019 (tatsächlich 2024 erschienen) fort.
Ich arbeite an einem dritten Roman zur Figur der Manona (bisher in Manona. Roman einer Homophobie (2015) und Unter Hagenauers (2016): wie aus Margit Ferlacher aus Spittal an der Drau in Kärnten Manona wurde.
Götz Wienold: "Johannes XXV. oder Das Ende der katholischen Kirche"
Passagen Verlag
Aufsätze von Götz Wienold
in: Kodikas/Code 42
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